Abgesetzter Chefredakteur wirft WAZ-Gruppe Nazi-Methoden vor

Hamburg/Berlin/Erfurt - Der langjährige Chefredakteur der “Thüringer Allgemeinen”, Sergej Lochthofen, 56, wird zum 1. Januar 2010 abgelöst. Auch seine Frau Antje-Maria Lochthofen, stellvertretende Chefredakteurin bei der “Thüringer Allgemeinen”, verliert ihren Posten.

Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE sagte Lochthofen: “Ich bin emotional schwer getroffen. Noch mehr aber beschäftigt mich, dass meine Frau mit mir den Stuhl vor die Tür gestellt bekommt. Das ist Sippenhaft wie bei den Nazis.” Lochthofen verwies auf seinen Vater, der in der Sowjetunion 20 Jahre inhaftiert gewesen sei: “Dass es unter Stalin Sippenhaft gab, das wusste ich.”

Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE sagte ein WAZ-Sprecher: “Wir weisen diese Vorwürfe mit Empörung zurück.”

Lochthofens Nachfolger wird zum Jahreswechsel der Chefredakteur der “Braunschweiger Zeitung”, Paul-Josef Raue, 59. Das teilte die WAZ-Mediengruppe am Donnerstag in Essen und Erfurt mit.

Lochthofen solle nach dem Wunsch der Geschäftsführung eine andere Aufgabe innerhalb der Gruppe übernehmen, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspreche.

Zur Zukunft von Antje-Maria Lochthofen sagte der WAZ-Sprecher: “Es werden Gespräche geführt mit dem Ziel einer einvernehmlichen Lösung.” Ihre Abberufung verteidigt das Unternehmen mit dem Hinweis auf den neuen Chef Raue: “Es ist das Privileg eines Chefredakteurs, sich mit Vertrauten seiner Wahl zu umgeben.”
spiegel.de

Was letztlich dahinter steckt, kann ich nicht beurteilen. Aber ein Chefredakteur, der nicht zwischen Sippenhaft und Sippenhaftung unterscheiden kann, wird es überall schwer haben.

Eine Reaktion zu “Abgesetzter Chefredakteur wirft WAZ-Gruppe Nazi-Methoden vor”

  1. Aldo

    And this is the reason I read froehliche-weisheit.com. Shockijng post.

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