Immer auf die selbe Stelle
Demnach nimmt der Minister auf seine Auslandsreisen Manager mit, die zuvor an die FDP gespendet haben. “Unter Freunden”, so der Titel des Berichts.
Für Westerwelle kommt der Bericht zur Unzeit. Seit Wochen sehen er und seine Partei sich dem Vorwurf der Käuflichkeit ausgesetzt. Eine Millionenspende des Hotelunternehmers Finck brachte der FDP das Etikett “Mövenpick-Partei” ein. Die Opposition sieht in der Spende vor allem deshalb ein Problem, weil die Liberalen als eine der ersten Amtshandlungen der schwarz-gelben Bundesregierung den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen durchsetzte.
Auch die Reisedelegationen des Ministers sorgenr für Aufregung. Dem SPIEGEL zufolge ist bei seiner Südamerika-Reise in dieser Woche der Gründer von United Internet, Ralph Dommermuth, dabei. Dommermuth überwies 2005 48.000 Euro an die FDP. Bei Westerwelles Antrittsbesuchen in Estland, Japan und China im Januar war demnach der Unternehmer Cornelius Boersch Teil der Delegation. Er ist Gründer der Schweizer Beratungs- und Beteiligungsfirma Mountain Partners Group - und hat der FDP bislang über 160.000 Euro gespendet.
Wenn Dumme fleißig werden, wird es gefährlich, weiß der Volksmund. Solange dumme Leute möglichst wenig machen, richten sie wenig Schaden an. In Abwandlung könnte man sagen: Wenn intelligente Menschen korrupt werden, wird es gefährlich. Bei der Blödheit, mit der Westerwelle und Partner beständig mit den selben Köpfen gegen die selbe Wand laufen, besteht die Hoffnung, dass die Gefahr klein bleibt, möglichst unter 5 %.
Am 11. Mai 2010 um 22:56 Uhr
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